Christophoribote
Mitteilungsblatt
der ev. Gemeinde deutscher Sprache
in Breslau und Niederschlesien
Juli, August und September 2008/Nr. 7-8-9 (39-40-41)
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50jähriges Jubiläum der Wiederweihung der St. Christophori-Kirche in BreslauAm 5. Sonntag nach Trinitatis beging die St. Christophori-Gemeinde in Breslau den 50. Jahrestag der Wiederweihung der St. Christophori-Kirche. Den Anfang für das heutige Gotteshaus machte eine Beerdigungskapelle der Hl. Maria von Ägypten, die 1267 gebaut wurde. Im Jahre 1343 übernahm die örtliche Zunft der Kürschner das Gebäude und baute das Dach der Kapelle aus, indem sie es nach oben bedeutend vergrößerte und ihm die heutige Gestalt gab, um ihre Waren lagern zu können. Im Jahre 1410 wurden weitere Veränderungen vorgenommen und das ganze Objekt umgebaut, gleichzeitig wurde der Patron gewechselt, der nun der Hl. Christophorus war. Ab dem Jahre 1523 begann man, evangelische Gottesdienste abzuhalten, viele Jahre lang auch für die evangelischen Bürger der Stadt, deren Sprache Polnisch war. Wie zahlreich und gut organisiert diese Gruppe war, davon zeugt die Tatsache, dass sie ein eigenes Gesangbuch in polnischer Sprache besaß, das für die Gemeindemitglieder herausgegeben wurde, die sich in St. Christophori versammelten. Ein Exemplar dieses Gesangbuch hat Pfr. Piotr Janik in seiner einzigartigen Sammlung. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs hat die Kirche mit ihrer ganzen Ausstattung gebrannt, vernichtet wurden dabei das in Niederschlesien einzigartige Netzgewölbe, die Kirchenfenster sowie die wundervoll gestaltete Umgebung der Kirche in Form eines zum Marktplatzes führenden Parks. Während langer Nachkriegsjahre, in denen Breslau wieder aufgebaut wurde, diente die ausgebrannte St. Christophori-Kirche, die neben einer neuentstehenden Straße stand, die die neuen Stadtviertel verbinden sollte, als Schuttcontainer. Die zerstörten Kirchenfenster wurden entfernt, die Fensteröffnungen mit Brettern vernagelt, um das so entstandene Lager maximal nutzen zu können. Jedoch im Hinblick auf die Tatsache, dass die Anfänge der Kirche in piastische Zeiten zurückreichen und ihre Spuren in den Dokumenten von Fürst Wladyslaw von Oppeln zu finden sind, wurde beschlossen, die Kirche wiederaufzubauen. Bis heute kennen wir nicht die Gründe, weshalb die Stadtoberen im Jahren 1958 entschieden, die wiederaufgebaute Kirche der evangelischen deutschsprachigen Minderheit zur Nutzung zu überlassen. Wenn man es so betrachtet, war das eine mutige Entscheidung, obwohl ihre Urheber - Die ewige Ruhe gib Ihnen, Herr, und das Ewige Licht leuchte ihnen- vermutlich nicht davon ausgingen, dass sich die Ereignisse so weiterentwickeln. Denn dies war eine Zeit, in der niemand davon ausging und niemand eine längere Präsenz dieser Minderheit in den Grenzen des Nachkriegspolen erwartete. Am 27. April 1958, als der Verfasser dieser Worte seit zwei Tagen in einem Teschener Krankenhaus lag, und ebenda von Schwester Dorka getauft wurde, weil er "irgendwie schwach atmet", weihten in Breslau Pfr. Zygmunt Michelis und der Betreuer der Minderheit, Pfr. Wolfgang Meissler, in einem feierlichen Gottesdienst die St. Christophori-Kirche wieder, in Anwesenheit derjenigen, für die es ab sofort ihr geistliches Zentrum sein sollte. Für wie lange? Das konnte niemand voraussehen. 48 Jahre lang machte die evangelische deutsche Minderheit in Breslau und in Niederschlesien verschiedene Zeiten durch. Eine wesentliche Veränderung trat 1993 ein, als der damalige Seelsorger der Minderheit, Pfr. Ryszard Borski, sich darum bemühte, der Minderheit die Rahmenbedingungen einer Kirchengemeinde zu geben und die Immobilien für das Pfarrhaus und das Gemeindehaus zurückzuerlangen. Darum war der runde Jahrestag der Wiederweihung auch eine Gelegenheit, dankzusagen für 15 Jahre Kirchengemeinde St. Christophori in der Kirche, die Breslau an der heutigen Stelle und in der heutigen Gestalt seit 598 Jahren schmückt! Mit ihrer Anwesenheit ehrten die Feierlichkeit: Hochwürden, der Bischof der Diözese Breslau, Pfr. Ryszard Bogusz, Militärbischof Pfr. Ryszard Borski (Predigt im Anhang), Pfr. Otto Lillge aus Detmold, der in Liegnitz geboren, aber in Breslau konfirmiert wurde, Pfr. Christoph Hanke aus Straupitz, ehemaliger Vikar der Pfarrgemeinde sowie Pfr. Dawid Mendrok, den Vikar der Pfarrgemeinde, auf dem die Hauptlast der Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten ruhte, wofür alle Teilnehmenden Pfarrer Dawid herzlich danksagen möchten. Zu Orgelklängen, die von der meisterlichen Hand von Herrn Marek Pilch erzeugt wurden, dem langjährigen Kantor von St. Christophori, derzeit Direktor des Evangelischen Instituts für Sakralmusik in Breslau, stimmten Gemeinde und die zahlreich versammelten Gäste voll Freude und Dankbarkeit in folgende Choräle ein: "Du meine Seele singe", "Wach auf du Geist der ersten Zeugen", "Schaffet eure Seeligkeit", "Erhalt uns Herr bei deinem Wort" sowie die Gebetszeile, mit der wir in St. Christophori jeden Gottesdienst beenden: "Ich bete an die Macht der Liebe." Die Breslauer Kammersänger von Cantores Minores Wratislaviensis und Kantor Marek Pilch beendeten den Gottesdienst mit einer berührenden Ausführung des Chorals aus der Bachkantate "Herz und Mund und Tat und Leben" -
Der Gemeindepfarrer beendete den Gottesdienst mit den Worten: "Wenn Jesus unsere Freude bleibt, dann ist noch Hoffnung für uns, für die Kirche und für die Welt", wonach er alle Teilnehmenden in den Pfarrgarten nach Zimpel einlud, wo im angenehmen Schatten der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche die einzigartige Gemeinschaft der St. Christophori-Gemeinde fühlbar wurde: das Bewusstsein ihrer Wurzeln, die Verbundenheit mit der Tradition, verantwortungsvolle Offenheit für neue Möglichkeiten, in der modernen Welt und der Region tätig zu werden, so wie es der Heilige Geist will und erlaubt. Ihr Probst Andrzej Fober 50jähriges Jubiläum des Wiederaufbaus der Kirche und 15 Jahre der St. ChristophorikirchengemeindeWeiter, liebe Brüder, betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch und dass wir erlöst werden von den falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi. 2 Thess. 3,1-5 Liebe St. Christophorigemeinde in Breslau und in Niederschlesien! Liebe Gäste! Mit Freude und im Herzen bewegt nehme ich heute an eurer Gemeindefeier teil. Ihr begeht feierlich das 50. Jubiläum des Wiederaufbaus der St. Christophorikirche, die zuerst die zerstreute Schar der Evangelischen deutscher Zunge zusammengebracht hatte, und später zum echten Zentrum und Symbol vom Bestehen, Wirken und geistigen Leben der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Niederschlesien wurde. Zugleich begeht die St. Christophorikirchengemeinde in diesem Jahr den 15. Jahrestag ihrer Gründung, die eurem geistigen Leben den stabilen Organisationsrahmen gab und das Fundament für die heutige materielle Basis der Gemeinde schuf. Mit dem ersten Feieranlass verknüpfen sich bei mir keine persönlichen Erinnerungen, aber es bleiben in meinem lebendigen Gedächtnis die ältesten Gemeindemitglieder, mit denen ich den 12-jährigen Weg gemeinsam ging, die eben jene Geschichte des Wiederaufbaus der Kirche und ihrer Wiedereinweihung mitgemacht haben. Es kehren heute zu mir ihre Gesichter und Gestalten zurück, ihre Erzählungen von ihrer großen Freude, als sie den ersten Gottesdienst in der wiederaufgebauten Kirche feiern konnten. In diesem Zusammenhang möchte ich neben den Gemeindemitgliedern auch meinen verstorbenen großen Freund Pastor Wolfgang Meissler erwähnen, der diese Kirche wiederaufgebaut hat und dann einige Jahre in ihr als Hauptprediger und Seelsorger der Gemeinde diente. Ich möchte auch die zwei nächsten Seelsorger nennen, die euch in dieser Kirche Gottes Wort gepredigt haben: Bischof Józef Pospiech und Pfarrer Jan Zajaczkowski. Zu dieser Kette gehören auch ihre Vorgänger: Pastor Herbert Rutz aus Schweidnitz und Pastor Wilhelm Steckel aus Liegnitz. Wir gedenken ihrer aller dankbar vor dem Herrn in dieser feierlichen Stunde. Dankbar vor dem Herrn denke ich heute auch an die große Schar der uns persönlich bekannten und unbekannten Glaubensschwestern und -brüder, besonders aus der Gemeinschaft Evangelischer Schlesier, aus dem Johanniterorden und aus den Partnergemeinden, die auch später unsere Gemeinde unterstützt haben, um ihre Kirche mit der gesamten Einrichtung in diesen Zustand zu bringen, in dem sie sich heute befindet. 15 Jahre der St. Christophorigemeinde gibt uns auch den Anlass, an alle Stunden der Freude zurückzudenken, die wir zuerst 7 Jahre gemeinsam erlebt haben, und die ihr, liebe Gemeinde, seit 8 Jahren mit euren jetzigen Seelsorgern erfahrt und erlebt. Ihnen liegt der jeweilige Schritt und die jeweilige Entscheidung zugrunde, die wir damals gemeinsam mit allen Teilen der "Nichtpolnischen Gemeinden" getroffen haben, die St. Christophorigemeinde zu gründen. Wie geschichtlich und entfernt klingt uns heute selbst jene frühere Bezeichnung: Nichtpolnische Gemeinden! Der heutige Tag ist für euch, liebe Gemeinde, und für mich persönlich ein Tag der Freude und der Dankbarkeit gegen Gott, den Vater, und unseren Herrn, Jesus Christus. Aber zugleich ist es ein Sonntag, wie jeder andere, mit einem Gottesdienst, wie jeder andere, in dem vor allem Gottes Anwesenheit unter uns gilt und Gottes Anwesenheit für uns an erster Stelle steht: in seinem Wort an uns und im Sakrament Jesu Christi, in dem uns die Früchte seines Todes geschenkt werden. Was bringt uns also das von der Kirche für den heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis bestimmte biblische Wort? 1. Fürbitte Der Apostel Paulus bittet die Adressaten seines Briefes aus Thessaloniki um ihre Fürbitte: …betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde bei euch und dass wir erlöst werden von den falschen und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Es gibt in diesen Worten Elemente, die mit der damaligen konkreten Situation von Paulus und den Gefährten seiner Missionsreise zusammenhängen und zu ihr gehören: das Evangelium wird von einigen abgestoßen, die Umgebung reagiert manchmal feindlich auf die neue Lehre, es mehren sich Schwierigkeiten und Gefahren. Auch in den jungen Christengemeinden erscheinen die Leute, die die Autorität von Paulus als Apostel Jesu Christi bestreiten, die sein Evangelium mit eigenen Einsichten ergänzen und es verstellen, deren Tätigkeit der jungen Gemeinde mit Spaltungen und Irrwegen droht. Denn der echte Glaube war und ist nicht jedermanns Ding. Es steckt aber in diesen apostolischen Worten auch die überzeitliche Botschaft, die wir heute als die aktuelle apostolische Mahnung für uns vernehmen. Damit der Glaube wachse und sich überall entfalte, auch bei euch und in euren Herzen, damit Gottes Wort überall gepriesen werde, auch bei euch und von euch, ist auch euer Gebet nötig, eure Fürbitte für die, die euch Gottes Wort verkündigen. Die Gemeinde hat immer gewissen Einfluss darauf, wie ihr das Wort verkündigt und wie dieses Wort von ihr vernommen wird. Zuerst ist es selbstverständlich, dass jede und jeder von euch das gepredigte Wort hören und glauben kann oder aber an sich vorbeigehen lässt. Weiter aber hat das geistige Klima in der Gemeinde Einfluss auf den Prediger und seine Predigten. Auch seine persönliche Erkenntnis der geistigen Höhen und Nöte der Gemeindemitglieder hat Einfluss auf den Prediger, darauf, was und wie er verkündigt. Der Apostel Paulus weist noch weiter auf den geistigen Einfluss der Gemeinde hin, auf die Kraft ihrer Fürbitten für ihre Prediger und Seelsorger, auf dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde. Dazu werdet ihr, liebe Schwestern und Brüder, heute aufs Neue ermutigt. 2. Vertrauen zum Herrn Aber schon im zweiten Vers wird die Perspektive umgedreht und der Missionar, der Prediger des Evangeliums und der Seelsorger - der Apostel Paulus - denkt mit Liebe und Sorge an die Gemeinde, an die er schreibt, denkt an ihre ehemalige schwierige Lage in der feindlichen religiösen Umgebung. Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. Dieses Vertrauen zum Herrn hege auch ich heute und teile es mit Paulus, wenn ich anlässlich eurer doppelten Feier wieder unter euch stehen und euch Gottes Wort predigen darf. Er, euer Herr, hat euch immer in diesen vergangenen Jahrzehnten Treue bewiesen, während man immer wieder das rasche Ende eurer Gemeinde vorausgesagt hat. Ohne bösen Willen. Ohne böse Intentionen. Einfach als Ausdruck des eigenen Empfindens ohne Kenntnisse vom Willen Gottes für euch. Und Gottes Wille für euch war und ist, wie wir ihn heute sehen und feierlich erleben: Euch ist es gegeben worden - wenn auch in immer kleinerer Schar - am Glauben der Väter und am Gottesdienst in eurer Muttersprache über diese Jahre hinweg festzuhalten. Es war auch Gottes Wille für euch, dass die älteste Generation der Gemeindemitglieder, nach schweren und oft persönlich sehr dramatischen Erfahrungen des Krieges und der Nachkriegszeit, zusammen mit der jüngeren Generation den Frieden genießen konnte, und in den letzten 19 Jahren auch die Freiheit und die Garantie der Rechte, die allen Menschen in Polen der Wechsel des politischen Systems und die Demokratie gebracht haben. Ich vertraue dem Herrn, dass Er euch weiter stärken und bewahren wird vor allem äußeren Bösen, damit jede und jeder von euch das Brot im Frieden genieße, sich seiner Kinder, Enkel und Urenkel freue, aber auch mit Dankbarkeit die Verbundenheit mit der Kirche und der Gemeinde pflege. 3. Vertrauen zur Gemeinde Liebe Gemeinde! Doch der Apostel Paulus weißt, dass das Böse die Christen nicht nur von außen bedroht. Er vertraut nicht nur dem Herrn wegen seiner Treue, Stärkung und Bewahrung der Gemeinde vor dem Bösen. Er vertraut auch den Gemeindemitgliedern, dass sie sich an das Wort Gottes halten werden, um das Böse für ihre Seelen, ihre Herzen, für ihren Glauben und ihr Heil zu meiden: Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten. In solchem Vertrauen bin ich auch heute unter euch, liebe St. Christophorigemeinde. Auf einer Strecke war es mir gegeben, unter euch Gottes Wort zu säen. Vor mir waren andere, die dasselbe getan haben. Und nach mir kamen diejenigen, die das heute tun: Pfarrer Andrzej und Pfarrer Dawid. Aber nicht wir sind etwas, sondern nur Gottes Wort, das in euren Herzen bleibt und diese Früchte bringt, die der Herr von euch, von eurem Leben erwartet. Obwohl ihr immer unter euch diejenigen habt und haben werdet, die eure Führer zu Christus sind, Er und nur Er selbst, Jesus Christus, ist euer echter Hirte, euer einziger Heiland, euer Weg und Wahrheit und Leben. Um Ihn geht es in jedem Gottesdienst, Er selbst und sein Wort sind Gottes Wort für euch. Seine Gebote und das Beispiel seines Lebens sind es, was euch wirklich zum Gehorsam und zur Nachfolge verpflichtet. Sein Tod ist eure Rechtfertigung vor Gott, dem Vater, und euer Sieg. Und nur darum kann es uns, den Predigern des Wortes Gottes gehen: damit ihr immer, damit wir alle immer nur auf Ihn hören und dem folgen, was Er uns gebietet. Denn nur sein Wort, und nicht die geistigen Zeitströmungen oder die menschliche Weisheit, behütet und bewahrt unsere Seelen vor dem Bösen. 4. Wunsch für die Gemeinde Liebe Gemeinde! Zum Schluss unseres Predigttextes stehen die Wünsche, die der Apostel an die Gemeinde in Thessalonik richtet: Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi. Es waren besonders wichtige und tröstliche Worte in der schwierigen Zeit der Gemeinde. Christus wird euch an die Liebe Gottes erinnern und euch befähigen, von Ihm die Geduld in Widerfahrnissen zu lernen. Braucht ihr es aber weniger am heutigen feierlichen Tag und in den nächsten Tagen? Es gibt immer solche, und auch heute unter euch, bei denen sich die Freude der Gemeindefeier mit den persönlichen Sorgen, Lasten, Schwachheiten oder Krankheiten mischt. Jeder und jede von euch trägt die eigene Last auf dem Herzen und im Leben. Wir wollen in dieser feierlichen Stunde der St. Christophorigemeinde nicht in den oberflächlichen Triumphalismus verfallen, denn diese Stunde ist für alle, auch für die und in Gottes Augen vielleicht besonders für die, die sich aus persönlichen, familiären, gesundheitlichen oder geistigen Gründen nicht voll und grenzenlos freuen können. An die besonders ist heute dieser apostolische Wunsch gerichtet: Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi. Liebe Schwestern und Brüder! Für alle guten, aber auch für alle anderen Tage, die vor eurer Gemeinde stehen, möchte ich euch dasselbe wünschen, was einmal der Apostel Paulus der Gemeinde in Thessaloniki gewünscht hat, überzeugt im Glauben und durch Erfahrungen, dass die Bekenner Jesu Christi unter dem besonderen Schutz Gottes stehen: In allem seid der Liebe Gottes gewiss und lernt in allem die Geduld von unserem Herrn Jesus Christus. Amen. bp gen. Ryszard Borski, Ewangelicki Biskup Wojskowy Teilnahme von Pfarrer Oberstleutnant Andrzej Fober am Schulungskurs für Kapläne der Schweizer ArmeeVom 19.05. bis 07.06. 2008 hat Pfarrer Oberstleutnant Andrzej Fober, Superintendent des Schlesischen Wehrkreises, am Schulungskurs für Kapläne der Schweizer Armee in Le Bouveret, am Genfer See im Kanton Valais (vom lat. Tal) teilgenommen. Neben zwölf Schweizer Kaplänen waren auch evangelische Seelsorge-Vertreter aus Deutschland und der Slowakei zur Teilnahme an der Schulung eingeladen. Eine Besonderheit der Schweizer Armee ist, dass eine deutlich sichtbare konfessionelle Aufteilung bei der Seelsorge fehlt. Die Kapläne katholischen und reformierten Bekenntnisses sind zwei Chefs der Seelsorge der Schweizer Armee unterstellt (Katholik und Protestant), die unter der Führung der Abteilung J1 (im Grade eines Brigadegenerals) beim Führungsstab der Armee angesiedelt sind. Alle Kapläne, die in der Armee dienen möchten, müssen ordinierte Geistliche oder Diakone, die in den Kirchendienst eingeführt wurden, oder eventuell auch Seelsorgereferenten sein. Nach Abschluss des erwähnten Kurses erhalten sie ein entsprechendes Zertifikat sowie die Ernennung zum Kapitänsgrad. Unabhängig von der Stellung, die er in der Armee oder Kirchengemeinde einnimmt, trägt ein Schweizer Armeekaplan während seiner gesamten Dienstzeit den Kapitänsgrad. Feld-, Ausgeh- und Galauniformen sind identisch für alle Konfessionen. Der Schulungskurs für die Kapläne in der Schweiz ist sehr intensiv und umfasst alles, was Einfluss oder Bedeutung während des Dienstes unter den Soldaten haben kann. Der Unterricht begann um 7.00 Uhr, oft dauerte er bis 22.00 und umfasste theoretische und praktische Einheiten. Von den wichtigeren theoretischen Einheiten sind zu erwähnen: die Geschichte der Seelsorge in der Schweizer Armee, Politik und Armee, Assistenz im Katastrophenfall und bei Naturkatastrophen, Kriegsrecht und Rechte der Zivilbevölkerung bei Krieg und bewaffneten Konflikten, Kriegsgerichte, Wehrersatzdienst, Armee-Ethik, Vorbereitung auf seelsorgerischen Unterricht in der Rekrutenschule oder für Soldaten, die ihre alljährliche, dreiwöchige Armeeschulung absolvieren. Die praktischen Einheiten umfassten u.a.: Orientierung im Gelände, Kartenlesen in unterschiedlichem Maßstab, Schießen (fakultativ), Durchführung von Unterweisungen für die Rekruten oder Soldaten während militärischer Übungen auf dem Truppenübungsplatz, Teilnahme am morgendlichen Appell und Verkündigung einer kurzen Begrüßung und Andacht auf dem Appellplatz sowie Stabsübungen. Es gab auch Zeit, um die Region zu besichtigen, die Hauptstadt der Schweiz mit dem Parlamentsgebäude, freie Zeit mit Meditationen, ökumenischen Gottesdiensten und individuellen Gesprächen zu verbringen. Der Kurs wurde mit der Ernennung abgeschlossen, der ein Gottesdienst voranging, der sich in der Kapelle des kleinen Klosters St. Maurice stattfand, wo Pfr. Fober die Ehre hatte, die Predigt zu halten. Der Kaplansdienst in der Schweiz ist dem sehr ähnlich, was wir in Polen seit Jahren praktizieren. Der Platz des Kaplans ist unter den Soldaten, dort, wo sie lernen, arbeiten, trainieren, in der Schule, auf dem Feld, auf dem Truppenübungsplatz oder zu Hause. Als Kapläne wollen wir dort sein, wo die Soldaten sind, denn da, wo die Soldaten sind, findet echtes Leben statt, mit allen seinen Hoffnungen, Erwartungen, Schwierigkeiten, Herausforderungen, oft weit weg von zu Hause, von der Heimat, vom Familienkreis und den Bekannten. Die Führung der Seelsorge der Schweizer Armee hat die Teilnahme von Kaplänen aus Deutschland, der Slowakei und Polen an der Schulung sehr positiv eingeschätzt, da sie sehen konnte, dass deren Anwesenheit durch ihre Erfahrungen eine Bereicherung für das Kursprogramm darstellte und äußerte die Hoffnung, dass Vertreter anderer Armeen an den folgenden Kursen teilnehmen werden, die gewöhnlich alle zwei Jahre stattfinden. Einzige Bedingung für die Teilnahme der Kapläne aus anderen Ländern sind sehr gute Deutschkenntnisse. Ihr Probst Andrzej Fober Die Zeit vergeht, vergeht so schnell…Die letzten drei Monaten sind für mich eine sehr anstrengende Zeit gewesen. Anfang Mai haben wir uns in Lauban im Gottesdienst mit unseren Freunden der Partnergemeinde aus Aschaffenburg getroffen. Im Mai haben wir außerdem unser Gustav-Adolf-Fest gefeiert, das zugleich ein Diözesen-Missions-Tag ist. Im Gottesdienst haben wir die Gemeindemitglieder aus Groß Wartenberg, Schweidnitz, Liegnitz, Krummhübel und vor allem aus Breslau begrüßt. Die Ehrengäste kamen aus Bromberg. Nach dem Festgottesdienst haben wir ein Konzert der Gruppe "Wang" und des Chors aus Bromberg gehört. Wir konnten uns leider nicht im Pfarrgarten treffen, wie in den vorigen Jahren, um gemütlich unter dem Schirm zu sitzen, weil der große Segen Gottes über uns kam - Regen. Das war für uns eine Herausforderung - wo sollten wir für all die Menschen, die zum Diözesen-Missions-Tag kamen, die Erquickung für den Leib austeilen? Die Gustav-Adolf-Gedächtnis-Kirche ist eine große Kirche. Wir haben im hinteren Teil der Kirche die Bänke umgesetzt und Tische aufgestellt, dazu noch ein paar Stühle, und die Situation war gerettet! Alle waren zufrieden und haben sich für das nächste Jahr angemeldet. Im Mai sind wir auch mit unseren Gemeindemitgliedern aus Liegnitz in Lorsbach bei Frankfurt am Main gewesen - das war ein wunderbares Wochenende! Die ganze Strecke von Breslau nach Frankfurt sind wir mit dem R(S)egen Gottes gefahren und überlegten, was das für eine Begegnung werden würde. In Lorsbach erwartete uns die Pfarrerin Krause mit Gemeindemitgliedern, die unsere Gastgeber waren, und mit Sonne! Ich habe mich sehr gefreut, im Pfarrhaus zu wohnen und die Familie Krause kennenzulernen. Die Gemeindemitglieder aus Liegnitz kennen die aus Lorsbach schon seit über 20 Jahre und wohnen eigentlich nicht bei Gastgebern, sondern bei Freunden! Jeder interessiert sich für den anderen, für sein Leben, seine Freuden und Leiden. Das erste Mal nach dem Schengen-Abkommen sind wir "grenzenlos" zu unseren Freunden gefahren. Vieles verändert sich zum Guten und eröffnet neue Möglichkeiten. Wir möchten nächstes Jahr eine Gruppe aus Lorsbach bei uns in Schlesien begrüßen, vielleicht werden das überwiegend die Jugendlichen oder gar Konfirmanden sein, die unser Schlesien besuchen und lieb gewinnen werden. Aber das im nächsten Jahr. Zum Kindertag haben wir uns in Kurtwitz auf dem Hof der Familie von Kap-herr mit allen unseren zwölf Kindern getroffen. Die Geschichte vom Barmherzigen Samariter wurde in einem Spiel vorgestellt, im übrigen haben wir den Tag mit Spiel und Spaß verbracht. Ende Mai, Anfang Juni habe ich viele, viele und noch mehr Dokumente besorgen müssen, um am Wettbewerb des Niederschlesischen Marschallamts teilzunehmen. Wir möchten für den Druck eines Buches über die St. Christophorikirche Zuschuss bekommen. Dieses Buch wird die Geschichte der St. Christophorikirche beschreiben, den heute dort stehenden Altar vorstellen und Menschen zeigen, die in der Kirche beten. Es sollen jeweils 1000 Exemplare des Buches in polnisch und deutsch mit Farbbildern gedruckt werden. Die Kosten werden insgesamt 30 000 Zl. (10.000 Euro) betragen. Wir haben schon Geld für dieses Projekt von der Gemeinschaft Evangelischer Schlesier und der Schlesischen Genossenschaft des Johanniterordens erhalten bzw. zugesagt bekommen - herzlichen Dank. Es sind auch schon einige Privatspenden bei uns eingegangen, wofür ich mich bei Ihnen allen recht herzlich bedanke. Hiermit wende ich mich mit der Bitte an alle: Unterstützen Sie bitte unser Projekt - die Ausgabe des Buches über unsere St. Christophorikirche und spenden Sie auf unser Konto mit der Zweckbestimmung: Buch. Am Ende unseres Gemeindebriefs finden Sie die Kontonummer; die Überweisung nach Polen ist einfach und kostet unter 0,50 Cent. Wir warten noch auf das Ergebnis des Marschallamts, von dem wir 15 000 Zl. erhoffen. Die anderen 15 000 Zl. müssen wir selbst auftreiben. Helfen Sie uns, bitte! Am 8. Juni habe ich am (wahrscheinlich letzten) Waldenburger Heimattreffen in Dortmund teilgenommnen und in der Westfalenhalle in einem Gottesdienst vor mehr als 500 Menschen gepredigt, was für mich ein ergreifendes und motivierendes Erlebnis war. Am Samstag, dem 14. Juni, fand in Kreisau das XII. Niederschlesische Kulturtreffen statt, wo ich meine Gemeindemitglieder im Chor singen hören konnte. Im Juni haben wir auch die wichtigste Feier unserer Gemeinde und Kirche, das 50 jährige Jubiläum des Wiederaufbaus der Kirche, sowie das 15 jährige Jubiläum unserer St. Christophori-Kirchengemeinde begangen. Berichte darüber wie auch die Predigt aus Anlass dieses Ereignisses haben Sie bestimmt schon in unserem Gemeindebrief gelesen. Ich habe eine Fotopräsentation über unsere Kirche, besonders den Altar, vorgestellt. Für mich war die Zeit vor dem Jubiläum voll von Arbeit, die aber auch mit einer schönen Feier belohnt wurde - Herrgott, ich danke dir dafür. Nach Schulende haben die ev. Pfarrer in Polen ein Pfarrkonzil begangen; so sind wir mit Pastor Fober auch dort gewesen, um die Informationen aus unserer Kirche zu bekommen und über das Thema des Jahres 2009 - die Familie - zu sprechen. Ende Juni, Anfang Juli wurden wir von unserer Partnergemeinde in Freiberg zu einer Rüstzeit in Bärenfels eingeladen. Ich konnte wieder ein bisschen Luft schnappen, über die Berge irren und mit Pfarrer Tetzner über das Gemeindeleben sprechen. Hier möchte ich mich bei allen Gemeindemitgliedern in Freiberg bedanken, und vor allem bei allen denen, die zu Weihnachten für die Rüstzeit gespendet haben - Gott vergelt's! Das Thema unserer Rüstzeit war "Taufe" - wir haben viele interessante Gedanken ausgetauscht, mein Schwerpunkt in dem Gespräch war: Wie würden Sie einen Nichtchristen überzeugen, dass er sich taufen lässt? Als ich zurück zum Pfarrhaus kam, erwartete mich noch mehr Arbeit, so dass ich erst jetzt - Mitte Juli - die Zeit finde, um unseren Gemeindebrief zusammenzustellen - bitte haben Sie dafür Verständnis. Pastor Fober ist in Urlaub gefahren, Pastor Horst Matzke mit seiner Ehefrau Brigitte ist zu uns gekommen, um die Gottesdienstvertretungen zu machen. Danach erwarten wir noch Pastor Klaus-Dieter Härtel und Pastor Michael Feige. Anfang August habe ich endlich die Freude, mit meiner Frau und Tochter für 14 Tage in Urlaub zu fahren. Am Wochenende vom 22.-25. August werden wir einen Familienausflug nach Konin machen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Dort gibt es eine ev. Gemeinde - mein Vater ist dort seit über 30 Jahren Pastor - und ein Gemeindehaus mit 9 Gästezimmern. Wir möchten dort mit unseren kleinen Kinder zusammen eine Kinderfreizeit erleben, wo die Kinder sich noch besser kennenlernen und die Eltern die Erfahrungen über Kindererziehung austauschen. Am letzten Wochenende im August werde ich in Neinstedt sein, wo ich über unsere Gemeindearbeit informieren werde. Mit diesem Bericht haben Sie einen kleinen Einblick in die wichtigsten Aufgaben, die ich in der letzten Zeit hatte, und es sind nicht alle… und die Zeit vergeht, vergeht so schnell… Ihr Dawid Mendrok Als Gastprediger in BreslauIm letzten Jahr las ich im "Schlesischen Gottesfreund": "Für die Sommermonate sucht die (Christophori-)Gemeinde Vertretung für die Gottesdienste. Schlesische und nicht schlesische Pastoren sind willkommen." Da habe ich mich bereit erklärt, an den ersten drei Julisonntagen dieses Jahres den Predigtdienst zu übernehmen. Nun liegen die ersten zwei Sonntage hinter mir. Ich durfte in Breslau, Liegnitz, Lauban und Bad Warmbrunn predigen. Weil ich selber Laubaner Kind bin (geboren 1933), war mir der Gottesdienst in meiner Vaterstadt eine Herzensangelegenheit. Auch die Großeltern meiner Frau stammen aus dem Kreis Lauban. Wir hatten also, wie es in der Fußballsprache heißt, ein Heimspiel. Meine Frau und ich haben sehr viel Freude an unserer "Gastarbeit". Es ist bereichernd, sich mit den ehemals deutschen Schlesiern und Schlesierinnen zu unterhalten, ihnen in ihrer Muttersprache das Wort Gottes zu verkündigen, den Besuch in der Heimat zu genießen, wieder einmal die gute schlesische Luft zu atmen, kurz: wieder Berührung mit den eigenen Wurzeln zu haben. Wir danken den Pastoren Fober und Mendrok und ihren Familien für ihre Gastfreundschaft, danken allen Schlesiern (und Nichtschlesiern) für die freundliche Aufnahme und wünschen der Christophorigemeinde von Herzen Gottes Segen für die Zukunft, Horst und Brigitte Matzke GEMEINDEINFORMATIONEN UND TERMINE
Seniorenwohnhaus in Zagórów bei Konin in PolenUnser Seniorenwohnhaus steht in einer Kleinstadt 80 km östlich von Posen. Sie finden hier Ruhe, freundliche deutschsprachige Gemeinschaft und gute Betreuung. Es stehen für Sie Einzelzimmer (ca. 20 m2) zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die Evangelische Gemeinde in Konin:
Parafia Ewangelicko-Augsburska UNSERE JUBILARE IM JULI, AUGUST UND SEPTEMBER
Allen Jubilarinnen und Jubilaren möchten wir von ganzen Herzen viel Gesundheit, Kraft und Tapferkeit wünschen, aber vor allem Gottes reichen Segen. Wir freuen uns, dass Sie gemeinsam mit uns in der Christophorigemeinde pilgern.
GOTTESDIENSTORDNUNG IM JULI, AUGUST UND SEPTEMBER 2008SONNTAG, 06.07.2008, 7. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 12.07.2008, 8. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 13.07.2008, 8. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 20.07.2008, 9. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 27.07.2008, 10. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 28.07.2008, 10. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 03.08.2008, 11. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 09.08.2008, 12. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 10.08.2008, 12. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 17.08.2008, 13. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 23.08.2008, 14. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 24.08.2008, 14. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 31.08.2008, 15. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 07.09.2008, 16. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 13.09.2008, 17. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 14.09.2008, 17. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 21.09.2008, 18. S. N. TRINITATIS
SONNABEND, 27.09.2008, 19. S. N. TRINITATIS
SONNTAG, 28.09.2008, 19. S. N. TRINITATIS
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