Erinnerung an Besuche in Breslau
Die Geschwister Röber, Manfred (1928), Ursula (Jg. 1930) und Winfried (1931) waren etwa bis Mitte des Krieges regelmäßig zu Besuch in Breslau bei ihrem Großvater Max Hentrich (Grundstücksmakler) und bei "Omi" Elfriede geb. Machaczek v. Dembowski.
2006 hat Manfred Röber mit seinem Sohn Sascha eine Rundfahrt (Pkw) zu den Stätten seiner Jugend gemacht, wobei sie natürlich auch nach Breslau kamen.
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Rosenthaler Str. 45 |
Dominsel |
Hotel Dom Jana Pawla II |
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Schweidnitzer Keller |
Rathaus |
Sohn Sascha |
Rosenthaler Straße 45
In seine Memoiren "Singend in den Untergang" berichtet er von der Wohnung des Großvaters in der Rosenthaler Straße 45.
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Max Hentrich besaß vor der Inflation zu Beginn der zwanziger Jahre in Breslau angeblich über 30 Häuser. Nach der großen Geldentwertung verblieben ihm nur noch vier; er hatte sich gewaltig verspekuliert bei einem seiner groß angelegten Grundstücksgeschäfte. Der Sohn aus wohlhabendem Hause - sein Vater hatte eine "Wurst- und Fleischwarenfabrik" betrieben - betätigte sich als Makler und lebte ansonsten als "Rentier" aus den Gewinnen der Immobilienverkäufe, aus Aktieneinkünften und dem, was weitere Papiere abwarfen. Letzteres nannte er gern "Couponschneiden". Als er Anfang 1945 mit vielen anderen Einwohnern aus der schlesischen Hauptstadt vor den Sowjets flüchten musste, besaß er noch zwei große Mietshäuser, das eine in der Rosenthaler Straße, die heute Ulica Pomorska heißt, das andere in der Müllerstraße um die Ecke. Beide Immobilien überstanden die schlimmen Monate der "Festung Breslau" im Zweiten Weltkrieg. Heute wohnen allein in Großvaters ehemaliger Wohnung sechs polnische Mietsparteien.
Diese Wohnung in der Rosenthaler Straße 45 ist für mich heute noch ein Sinnbild des Luxus im Stil des Fin de siecle. Sie bestand aus mindestens sechs Zimmern und nahm die gesamte Etage ein. In Großvaters Schlafzimmer gab es ein Doppelwaschbecken, das in eine schwarze Marmorplatte eingelassen war. Das Wohn- und Speisezimmer vermittelte durch seine Paneelierung eine behagliche Atmosphäre. Die Frühstücksecke thronte auf einer niedrigen Empore. Mittag- und Abendessen wurden an einem langen Ausziehtisch in der Mitte des Raums eingenommen; Frieda trug auf. Häufig kam Großvaters im selben Hause im obersten Stock wohnende Schwester Gertrud Scherwat zu den Mahlzeiten. Sie trug den von ihrem Bruder aufgebrachten Spitznamen "Blindschleiche", der natürlich nur hinter ihrem Rücken getuschelt wurde. Den Grund für diese wenig schmeichelhaft klingende Titulierung kenne ich nicht.
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Das Herrenzimmer war zugleich Bibliothek und - Kriegsmuseum. Wo kein Mobiliar stand - Bücherschrank, Ledersessel, Rauchtisch, Schachtischchen - waren die Wände mit Beutestücken aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 dekoriert. Sie waren von Max Hentrich - wie auch andere sündteuere antike Einrichtungsstücke der Wohnung - bei Auktionen ersteigert worden. Neben zwei französischen Regimentsfahnen hingen an kräftigen Haken Gewehre und schwere Reiterpistolen. Am meisten gefielen meinem Bruder Winfried und mir die goldglänzenden Kürassierhelme mit ihren wallenden Rossschweifen. Mehr als einmal musste uns beide kleinen Buben "Tante Frieda", die Haushälterin, die eigentlich Martha hieß, hindern, mit dem Schießzeug bewaffnet und martialisch behelmt durch die Wohnung zu stürmen.
...Quelle: Singend in den Untergang, Manfred "Freddie" Röber, 2006
Elefanten mit Gedächtnis
"Als Kinder besuchten wir tatsächlich häufiger im Breslauer Zoo. Unser Großvatel erzählte immer von den Elefanten und ihrem guten Gedächtnis. So habe einmal ein boshafter Tierparkbesucher in ein Stück Zucker eine Nadel eingebettet, um den naschhaften Elefanten zu tratzen. Dieser habe ihm dann nach Jahren bei einem weiteren Besuch den Rüssel um die Ohren gehauen."
Liebesperlen
"Gelegentlich waren wir auch in Breslau-Oswitz in einem Kaffeegarten, der von einer gewissen Frau Janyga betrieben wurde. Dort gab es einen Automaten, der als Huhn gestaltet, bei Einwurf eines Groschens, ein Blechei mit "Liebesperlen" füllte. Außerdem befand sich dort ein Areal mit uralten Eichen."
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Mit Herrn Röber können Sie über folgende Email-Adresse: FreddieRoeber05@aol.com Kontakt aufnehmen.